Wie sicher ist der Reumannplatz?

Nina Matakovic studiert im 6. Semester Integriertes Sicherheitsmanagement am Hauptstandort der FH Campus Wien. Darüber hinaus arbeitet die Favoritnerin im Bereich Risikomanagement/Risikocontrolling in einer Kreditkartengesellschaft. In ihrer wissenschaftlichen Arbeit, betreut durch FH-Prof.in Mag.a Claudia Körmer, beschäftigte sie sich damit, wie sicher sich die Nutzer*innen des Reumannplatzes fühlen. 

Warum haben Sie sich für dieses Thema entschieden?

Ich lebe selbst im 10. Wiener Gemeindebezirk und nutze den Reumannplatz öfters. Er hat ein eher schlechtes Image bezogen auf die Sicherheit: Da war beispielsweise das Thema Vandalismus in den Medien, die Silvesternacht 2020 oder Randale bei der Antonskirche. Ich habe kaum Statistiken bzw. keinen Ist-Stand zum Sicherheitsgefühl der Nutzer*innen gefunden, daher wollte ich dem selbst auf den Grund gehen. So kam ich zu dem Schluss, diese Daten im Zuge meines Studiums wissenschaftlich zu erheben und aufzubereiten.

Wie sind Sie vorgegangen?

Ich habe eine Umfrage zum Sicherheitsgefühl sowie zu Präventionsmaßnahmen erstellt und online in Umlauf gebracht – aufgrund der Pandemie erwies sich das als sicherer und effektiver. Die Facebook-Gruppe „Wir wohnen im 10. Bezirk“ war da ein guter Anhaltspunkt: Nach nur fünf Tagen hatten bereits 115 Personen teilgenommen (davon 97 gültige Umfragen). Daraufhin wurde auch die Bezirkszeitung auf meine Arbeit aufmerksam und bot mir die Gelegenheit, im Rahmen eines Online-Artikels  auch eine allgemeine Frage an die Leser*innen zum Sicherheitsgefühl am Reumannplatz zu veröffentlichen, die von 456 Personen beantwortet wurde.

Mit meiner Arbeit möchte ich öffentliche Stellen darauf aufmerksam machen, dass noch Handlungsbedarf zum Thema Sicherheitsgefühl und Präventionsmaßnahmen am Reumannplatz besteht.
Frau Nina Matakovic steht auf dem Raumannplatz.

Nina Matakovic

Studentin Integriertes Sicherheitsmanagement

Welche Ergebnisse konnten Sie erzielen?

Die wissenschaftliche Arbeit zeigte, dass sich rund 64 % der 97 befragten Nutzer*innen am Reumannplatz unsicher fühlt. Seit der Neugestaltung des Platzes 2019 wurde öffentliche Sachbeschädigung – also Vandalismus – sehr häufig wahrgenommen. Dazu konnte ich einige präventive Maßnahmen ableiten, die das subjektive Sicherheitsgefühl erhöhen sollen: 

  • Die Verstärkung der polizeilichen Strategie in Richtung „Community Policing“ – dabei handelt es sich um die Beziehung zwischen der Exekutive und den Bürger*innen, um einen ersten Kontakt in Form verschiedenster Aktivitäten mit der Gesellschaft zu schaffen. So werden im 10. Bezirk seit 2019 beispielsweise Sprechstunden mit Polizist*innen zum Thema Sicherheit angeboten; diese Aktion könnte mithilfe einer Kampagne auf zielgruppenspezifischen Kanälen noch weiter verstärkt werden.
  • Sensibilisierungskonzepte in Schulen ermöglichen, das Thema Vandalismus schon sehr früh aufzugreifen.
  • Eine schnellere Durchführung von Reparaturen öffentlicher Sachbeschädigung verhindert Folgeschäden.
  • Erhöhte Sauberkeit schafft öffentliche Ordnung. 

Welche Pläne haben Sie nun weiter?

Die hohe Anzahl an Teilnehmer*innen an der Umfrage in der Bezirkszeitung spiegelt ein hohes Interesse an weiteren Projekten für den Reumannplatz wider. Mit meiner Arbeit möchte ich öffentliche Stellen darauf aufmerksam machen, dass noch Handlungsbedarf zum Thema Sicherheitsgefühl und Präventionsmaßnahmen am Reumannplatz besteht. Gleichzeitig soll sie als Basis für weitere Forschungsarbeiten und Vergleichsstudien zu diesem Themengebiet dienen. 

Beruflich möchte ich weiterhin im Bereich Risikomanagement arbeiten; da kann ich mir durchaus noch eine höhere Position vorstellen. Ein weiterer Gedanke ist, künftig selbst als Lektorin meinen Wissensstand zum Thema Sicherheit und Risiko weiterzugeben.

Weitere Informationen:

  • Bachelorstudium Integriertes Sicherheitsmanagement
  • Masterstudium Integriertes Risikomanagement
  • Bezirkszeitung