Behinderungen oder chronische Erkrankungen sollten niemand daran hindern, ein Event zu besuchen, soweit die soziale Start-up-Idee von Martina Gollner und Christina Riedler. Mit Leidenschaft für Events und Menschen, einem Gesamtkonzept und kooperierenden VeranstalterInnen ist diese Idee bald Realität. Der erste Pilot läuft gerade mit der ARENA Wien. Diese Zielgruppe verstärkt als KundInnen anzusprechen, ist ein gutes Beispiel für ein innovatives Social Business.

Welche Idee steht hinter FullAccess?

Behinderungen oder chronische Erkrankungen sollten niemand daran hindern, ein Event zu besuchen. Veranstalter*innen können diese Menschen als KundenInnen gewinnen, wenn sie verstärkt auf deren spezielle Bedürfnisse eingehen. Der barrierefreie Zugang zur Location ist nur ein Punkt von vielen, technische Hilfsmittel wie Induktionsanlagen für Hörbeeinträchtigte oder die Möglichkeit, notwendige Medikamente zu kühlen, sind weitere Beispiele dafür, was es braucht. Mit unserem Start-up unterstützen wir Veranstalter*innen bei der Planung, Durchführung, Betreuung und Nachbearbeitung von Events. Wir bieten Personalschulungen, Sensibilisierungstrainings und Workshops für Eventpersonal an.

Wie kam es dazu?

Uns beide verbindet eine große Leidenschaft für Live-Musik-Events. Wir haben gemeinsam im In- und Ausland viele Reisen zu Konzerten, Festivals, Sportveranstaltungen und Theateraufführungen unternommen. Bei diesen Anlässen haben wir gesehen, wie verschieden Veranstalter*innen mit dem Thema Behinderung umgehen; unser Zugang dazu ist ein sehr persönlicher. Christina hat über 15 Jahre Menschen mit Sehbehinderung begleitet und untersucht in ihrer Dissertation das Thema Barrierefreiheit auf Musikveranstaltungen. Ich habe als Sozialarbeiterin viel Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen und bin selbst hochgradig sehbehindert.

Die drei wichtigsten Punkte, wenn man ein Start-up wagt?

Die Idee, grenzenlose Neugierde und ein wachsendes Netzwerk.
Für die Idee muss man brennen, um durchzuhalten. Neugierde ist wichtig, weil man bei einer Unternehmensgründung ständig Neuland betritt - von der Buchhaltung bis zum Marketing. Das Netzwerk fängt schon bei den Geschäftspartner*innen an, für die man sich entscheidet. Für das Gelingen braucht es jedoch viele überzeugte Menschen, die ein Projekt unterstützen.

Was habt Ihr als nächstes vor?

Wir arbeiten gerade an einem Pilotprojekt mit der ARENA Wien. Ein Teil des Gesamtkonzeptes ist es, einen Onlineticketshop für Menschen mit Behinderung aufzuziehen. Die ARENA stellt dafür ein Ticketkontingent zur Verfügung - darin enthalten, ein zweites Gratisticket für eine notwendige Begleitperson. Einen Begleiter*innenpool aufzubauen, wird ein nächster Schritt sein.

Habt Ihr Tipps für andere Gründungsfreudige?

Probiert jeden Wettbewerb und jede Fördermöglichkeit aus und bleibt locker. Jede Gelegenheit ist ein Training und eine mögliche Präsentationsfläche. Wir haben an der Ausschreibung eines Getränkeherstellers teilgenommen - Christina hat in einem Glaskasten auf der Mariahilfer Straße präsentiert und der Stein kam ins Rollen.


Person hält Innovationsskizze

Campus Life

Ein Bergdorf, eine Skizze, ein Zentrum für Innovation

Die Geschichte beginnt auf dem Europäischen Forum Alpbach. Das Thema „Gründen“ lag in der Bergluft. Heimo Sandtner, Vizerektor für Forschung und Entwicklung an der FH Campus Wien, war vor Ort und viele seiner Gespräche kreisten immer wieder darum.

Johannes Naimer-Stach

Umwelt

Ein gutes Klima für Innovation

Johannes Naimer-Stach ist Klimaschutzexperte, Unternehmensgründer und Coworkingspacenutzer in Wolkersdorf. Mit 288 Grad Consulting berät er unter anderem Start-ups im Bereich Klimaschutz oder setzt mit der Firma Likano Klimaschutzprojekte in Ruanda um, wo Menschen mit eigens gefertigten Kochöfen ihren Brennholzverbrauch reduzieren können.