Aus der Welt im Favoritner Grätzl

Lebensqualitäten in den Metropolen und Großräumen Wien, München und Zürich sind Schwerpunktthema des internationalen Hochschulnetzwerks INUAS. In Wien waren nun der soziale und gebaute Raum samt Methoden der Raumanalysen aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven eine Woche lang Programm. Den Auftakt gaben Vorträge und internationale Diskussionsrunden, etwa mit Kolleg*innen der Zürcher Partnerhochschule für angewandte Wissenschaften. Dann hieß es für die Studierenden, ab ins Grätzl. Sie untersuchten in Favoriten Siedlungsgebiete aus der Gründerzeit und Nachkriegssiedlungen der 50er bis 80er Jahre und präsentierten ihre Analysen vor Expert*innen.
Die Analysen der Studierenden haben deutlich gemacht, wie sehr die interdisziplinäre Sicht die Bedürfnisse der Bewohner*innen und damit die nachhaltige Nutzung von Raum, Gebäuden und Siedlungen in den Vordergrund rückt.
Christoph Stoik

Christoph Stoik

Projektleiter

Der gelungene Kompromiss

Überzeugen konnten die Fach- und  -Student*innen-Juries der FH Campus Wien am Ende drei Gruppenarbeiten zur Wohnsiedlung Südost am Laaer Berg, zur Per Albin Hansson Siedlung – West und zur Ankerbrotsiedlung. Bei allen drei Projekten ist es den Studierenden gelungen, mittels innovativer und experimenteller Methoden eine interdisziplinäre Analyse des gebauten und gelebten Raums vorzunehmen. Ebenso herausragend: die Visualisierung der verschiedenen Zugänge der Disziplinen. Eine Gruppe löste die Aufgabe mit einem Cartoon.

Barrierefreiheit, Identifikation und soziales Gefüge

In der Arbeit über den dörflichen Charakter der Per Albin Hansson Siedlung - West behandelten Studierende des Bauingenieurwesens, Facility Managements, der Architektur und der Sozialen Arbeit beispielsweise die Themen Barrierefreiheit, Grenzen und Parallelwelten. Am Beispiel der Siedlung Südost am Laaer Berg beschäftigten sich die Studierenden mit Identifikation, Barrieren, Kommunikation und sozialem Gefüge.

Das Engagement der Studierenden war insgesamt groß – viele interessante Arbeiten machten der Jury die Auswahl schwer. Der Einsatz hat sich aber gelohnt. Die INUAS Research Week zeigte, dass es Sinn macht, räumliche Veränderungen aus interdisziplinären Perspektiven zu betrachten, um breitere Grundlagen für mögliche Lösungen zu schaffen. Letztlich machten die Studierenden auch die Erfahrung, dass interdisziplinäres Arbeiten Zeit und Konfliktbereitschaft braucht – umso wichtiger ist es, Interdisziplinarität möglichst früh in die Lehre zu integrieren.